Ablauf

Wichtiger HINWEIS ZUM URHEBERRECHT

Übersicht

Gesamtdauer: ca. 4,5 Zeitstunden (6 UE)

  1. Begrüßung und Einführung
  2. Kleingruppen: Fragebogen „Blickwechsel“
  3. Kleingruppen: Quiz „Wer sagt denn so was?“
    PAUSE
  4. Drei Wörter für „Die Fremden“
  5. Filmsichtung
  6. Filmgespräch mit Diskussion
  7. Auswertung des Fragebogens

Projekttagbegleitende Ausstellung: „Asyl ist Menschenrecht


Methoden und Feinziele

1. Begrüßung und Einführung

(ca. 15 Minuten)

Die Begrüßung ist sehr kurz und erfolgt ggf. durch eine Lehrkraft vor Ort. Die Einfüh­rung erfolgt durch die ModeratorInnen. Der Einstieg ins Thema erfolgt durch ein kurzes Gespäch, eine Anekdote oder durch ein tagesaktuelles Ereig­nis. Der Ablauf wird vorgestellt und es erfolgt der Hinweis auf die Ausstellung „Asyl ist Menschenr­echt“.

2. Kleingruppen: Fragebogen „Blickwechsel“

(ca. 40 Minuten)

Die Teilnehmenden werden in Kleingruppen mit 4 bis 5 Per­sonen eingeteilt. TN mit und ohne Fluchthintergrund bleiben in getrennten Gruppen und bekommen verschiedene Fragebögen. Die Fragen werden aus Sicht der je­weils anderen Gruppe (mit/ohne Fluchthintergrund) beantwortet. Die Antworten kommen auf ein Blatt pro Gruppe. Die Blätter bleiben anonym. Die ModeratorInnen und das pädagogische Personal helfen ggf. bei der Beantwortung der Fragen.

Die TN sollen sich durch den Rollenwechsel in die Gedanken und Gefühle der jeweils anderen Gruppe hineinversetzen. Das bildet Empathie aus. Die TN entwi­ckeln Verständnis für die besonderen Lebensumstände der jeweils Fremden. Bedürf­nisse, Gedanken, Gefühle und Handlungsmuster sollen nachvollziehbar werden.

3. Kleingruppen: Quiz „Wer sagt denn so was?“

(ca. 35 Minuten)

Es werden neue Kleingruppen gebildet, wobei TN mit und ohne Fluchterfahrung gemischt werden. Auf verschiedenen Folien werden Zitate von Personen des öffentlichen Lebens präsentiert. Die Gruppen diskutieren 4 Antwortmöglichkeiten. Die Gruppenantwort wird per Antwortkarte angezeigt. Die Gruppe mit den meisten richtigen Antworten bekommt einen kleinen Preis.

Durch die gemischte Zusammensetzung der Gruppen entstehen niedrigschwellige Kommunikationsangebote. Dies geschieht durch die Diskussion der Zitate und der Personen. Die TN werden bei jedem Zitat zur Reflexion ihrer Erwartungshaltungen an­geregt und erkennen auf diese Weise eigene manifeste Denkmuster.

4. Drei Wörter für „Die Fremden“

(ca. 20 Minuten)

Die gemischten Kleingruppen bleiben bestehen. In den Gruppen werden jeweils 3 Begriffe für Menschen mit und 3 Begriffe für Menschen ohne Fluchthintergrund gesucht. Im Anschluss kommen die Kleingruppen nach vorne und präsentieren kurz die Ergebnisse. Einzelne Begriffe werden ggf. hinterfragt.

Die TN werden zur Meinungsbildung über die jeweis fremde Gruppe angeregt. Sie werden dazu ermuntert, den Kern ihrer Haltung auf sehr knappe Weise zu verbalisieren. In der Diskussion mit den jeweils fremden Gruppenmitgliedern werden diese Eindrücke reflektiert. Durch die Präsentation üben die TN ihre Meinung vor einer Gruppe zu artikulieren und ggf. zu diskutieren.

5. Filmsichtung

(ca. 90 Minuten)

Der Dokumentarfilm „Jahfandu“ (Kelheim/Regensburg 2016/2017, 83 Min) wird gesichtet. Vor dem Film wird die Aufmerksamkeit der TN durch Trigger-Fragen gelenkt werden:

  • Regeln – streng oder flexibel?
  • Sprache – verstehen oder nachfragen?
  • Herkunft – ignorieren oder sortieren?
  • Beratung – heile Welt oder harte Realität?
  • Migration – Stillstand oder Bewegung?

Der Film weckt Verständnis für die besonderen Lebensumstände von jungen Flüchtlingen. Die gezeigten biografischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Hiesigen und Flüchtlingen sollen Anknüpfungspunkte für die Kommunikation unter Gleichaltrigen liefern.

(Während der Sichtung werten die ModeratorInnen die Fragebögen aus den Grup­penarbeiten für eine späteren Präsentation aus.)

6. Filmgespräch mit Diskussion

(ca. 15 Minuten)

Nach dem Film erhalten die TN die Gelegenheit über das Gesehene anhand der Trigger-Fragen zu diskutieren. Dies geschieht zunächst in Kleingruppen und dann im Anschluss mit allen TN.

Die TN sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen hier Aufgewachse­nen und Flücht­lingen erkennen und miteinander ins Gespräch kommen.

7. Auswertung des Fragebogens

(ca. 10 Minuten)

Die Schüler werden mit der Auswertung des Fragebogens konfrontiert. Die Mo­deratorInnen erläutern die Tendenz der Antworten und präsentieren exemplarische Zitate. Die TN erhalten Gelegenheit zur Stellungnahme und diskutieren ggf. die Zitate.

Die Antworten zeigen den TN die Haltung der Schülerschaft. Diese wird reflek­tiert und diskutiert.

Projekttagbegleitende Ausstellung: „Asyl ist Menschenrecht“

(ganztägig, in Aula, Gang, Treppenhaus o.ä.)

Während der Kleingruppenarbeit werden die Poster der Ausstellung „Asyl ist Men­schenrecht“ an geeigneten Wandflächen oder an Stellwänden der Schule angebracht. Auf mindestens 18 Plakaten (DIN A1, ca. 84 x 60 cm) werden ausgewählte Fakten in Schau­bildern visualisiert und eindrucksvolle großformatige Fotografien mit Aussa­gen von Betroffenen kombiniert. Die Ausstellung verbleibt an der Schule. Die Projektbetreuenden können ggf. selbst eine Auswahl der Motive treffen.

Ästhetisch ansprechende Grafiken und Fotos sollen Kognitionen und Emotionen glei­chermaßen stimulieren. Dadurch werden Wissen und Argumente zur aktuellen Flüchtlingsdiskussion auf unterhaltsame und einprägsame Art vermittelt. Die Aus­stellung überdauert die Veranstaltung und ermöglicht somit eine nachhaltige Be­schäftigung mit dem Thema. Die Plakate können zu weiteren „Pausengesprächen“ anregen oder später im regulären Unterricht (z.B. Sozialkunde) eingesetzt werden.